ANNÄHERUNG VON KUNST UND WIRTSCHAFT

Während der letzten Jahre hat sich die Tendenz der gegenseitigen Annäherung von Kunst und Wirtschaft intensiviert. Die tradierten, eher negativ behafteten Vorstellungen vom anderen Bereich werden abgebaut. Heute müssen sich Künstler/innen stark an der wirtschaftlichen Logik orientieren und werden zu kreativen Einzelunternehmer/innen. Selbstorganisation, Vernetzung und strategisches Vorgehen sind zentral für eine erfolgreiche Künstlerkarriere. Die ablehnende Haltung der Kunstschaffenden gegenüber den kapitalistischen Ausbeutern in der Wirtschaft ist überholt und kontraproduktiv. Gleichzeitig sind Unternehmen heute sehr interessiert an Verfahren und Arbeitsweisen, die traditionell den „Kreativen“ zugeordnet wurden. Kreativität ist auf dem Arbeitsmarkt ein entscheidendes Persönlichkeitsmerkmal. In der Wirtschaft verabschiedet man sich vom klischeehaften Fremdbild des Künstlers als weltabgewandtes Genie an der Grenze zum Wahnsinn. Künstler/innen werden heute zu Wertschöpfungsfaktoren und als vernetzt und interdisziplinär denkende Kulturarbeiter in der Stadtplanung oder bei Bauten miteinbezogen.