TREND ZUR ÖKONOMISIERUNG

Von der Produktionsgesellschaft zur Wissensgesellschaft:

Die Gesellschaft tendiert dazu, die Kunst vermehrt unter ökonomischen Gesichtspunkten zu betrachten. Durch den Neoliberalismus ist Marktfähigkeit zum Hauptkriterium geworden, auch für diejenigen Nischen, die bisher nach anderen Gesichtspunkten bewertet wurden, wie etwa Kunst und Kultur. Im Zuge des Übergangs von der Produktionsgesellschaft zur Wissensgesellschaft wird das Wertschöpfungspotenzial der kreativen Fähigkeiten erkannt. Die industrielle Produktion, welche lange Zeit die Haupteinnahmen im westlichen Handel generiert hat, wird in der zweiten Hälfte des 20. Jh.s. zunehmend in Zweit- und Drittweltländer ausgelagert. Der Fokus der westlichen Wirtschaft hat sich von der Industrie hin zu Technologie und Entwicklung verlagert. Der Dienstleistungssektor ist enorm gewachsen. Gehandelt wird vor allem mit symbolischen Werten und Wissen. In der zweiten Hälfte des 20.Jh.s. lässt sich generell eine Tendenz zur Ökonomisierung von nicht materiellen Werten feststellen. Symptomatisch für diese Entwicklung sind neue Begriffe wie Soziales KapitalKulturelles KapitalNetzwerke sowie die Bedeutung von Innovation und Kreativität im wirtschaftlichen Kontext. In der postindustriellen Gesellschaft sind Kreativität und Innovation das neue Kapital. Es sind schöpferische Fähigkeiten, die sich auf dem Markt auszahlen und dementsprechend in Personalanforderungen und Leitbildern relevant geworden sind.

Kreativität ist die Voraussetzung für Innovation und wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Die Keller Innovationskompetenz KIK sieht in diesem Trend eine grosse Chance für die Gesellschaft. KIK vermittelt zwischen Kunst und Wirtschaft und fördert einen gegenseitigen, gewinnbringenden Austausch.

 

Vgl.

Stockburger, Axel. Künstlerische Strategien vor dem Hintergrund gegenwärtiger Ökonomie und und Technologie. In: Kunstforum International. Kunst und Wirtschaft, Band 201, Rossdorf 2010, TZ, S. 118- 125.